Leiterbauer / Schreiner


Der Leiterbauer / Schreiner bringt mit Holzbohrer, Zieheisen und Ziehbock sowie mit einem Hobel die Einzelteile der Leiter in die notwendige Form, die dann mit den Holmen zu einer Leiter ohne Metallteile zusammengefügt werden. Zudem stellt er Laternen, Bänke oder einfache Hocker her.

Leitern, sei es zum Besteigen vom Bäumen für die Pflege und Ernte oder für Arbeit und Handwerk sind schon seit frühesten Zeiten bekannt. Anfänglich wurden hierfür einfach Holme an die Seitenstangen gebunden. Mit zunehmender Erfahrung in der Holzbearbeitung wuchs jedoch die Kunstfertigkeit, so dass sich bald eine gute Leiter dadurch auszeichnen konnte, dass weder Stricke oder Leim noch Nagel und Schrauben notwendig waren, um die Sprossen festzuhalten.

Die Kunst beginnt schon bei der Auswahl geeigneter Bäume im Wald. Gleichmäßig im Wuchs, lang und ohne störende Astverwachsungen, haltbar und standfest, das wäre der ideale Leiterbaum. Dazu noch möglichst leicht, um den späteren Transport zu erleichtern. So nimmt der Leiterbauer meist ausgesuchte Nadelhölzer für die Seitenstangen. Diese werden entastet, geschält und geglättet.

Die Holme sind oft aus Laubholz wie Esche oder Ahorn. Ihre spätere runde und zugespitzte Form erhalten diese auf dem Ziehbock, in den sie eingespannt werden, um sie mit dem Ziehmesser genau zuzuarbeiten. Hierbei ist der Holm ein klein wenig zu groß für die konisch gebohrten Löcher in den Seitenteilen. Dann ist ihr Halt auch dann noch gewährleistet, wenn das Holz später „arbeitet". Je nach Länge der Leiter werden zusätzlich noch brettförmige Hölzer als Stege eingepasst, die von außen noch mit kleinen Holzkeilen gehalten werden.

Durch die konischen Hölzer von innen und den Keilen von außen entsteht eine Eigenspannung, die die Stabilität einer guten Holzleiter ausmacht und die Verwendung von Nägeln oder Schrauben überflüssig machen. Diese modernen Verbindungen könnten die Elastizität, die eine Leiter, die der Witterung ausgesetzt ist, keinesfalls bieten.

Leiterbau war in früheren Zeiten ein Handwerkszweig, der von den verschiedensten Holzbearbeitern, an deren erster Stelle der Wagner oder Stellmacher, aber auch Schreiner und Küfer, ja teilweise auch von geübten Bauern, ausgeübt wurde.

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